Wo sind bloss die Flitzer?
Tom Brühwiler am Mittwoch, 14.06.2006 um 15:35 · Gelesen: 692 · heute: 2Beim gestrigen Spiel zwischen Brasilien und Kroatien gab es zwar einen Spielunterbruch wegen eines (angezogenen) Flitzers, allerdings war dieser nicht im Fernsehen zu sehen (Anweisung der Fifa?).
Für alle, die die gelegentlichen Flitzer vermissen, hier eine Aufnahme eines “etwas anderen” Flitzers, der allerdings rasch von der Polizei abgeführt wird:
(via WM-Blogger)

Mittwoch, 14.06.2006 17:45
Flitzer haben es zurzeit nicht leicht. Einem wird der Pass weggenommen und er muss sich regelmässig bei der Polizei melden, anderen droht man drakonische Strafen an und der gestern ist noch immer in Haft. Nichtsdestotrotz haben sie Homepages: Hier Mark Roberts, hier Jimmy Jump und hier ein Wikipedia-Artikel über Flitzer.
Mittwoch, 14.06.2006 18:12
Also der Kroate gestern war in der Übertragung im ARD klar und deutlich gezeigt worden. Inkl. der Szene wie ihn einer der Spieler vom Spielfeld geführt hat, da keine Sicherheitsmenschen da waren.
Mittwoch, 14.06.2006 18:15
Also ich hab im SF2 nix gesehen ausser einer ganz kurzen Sequenz, wo er abgeführt wurde. Oder hatte ich vielleicht bereits mit dem Schlaf zu kämpfen? Hmmm…
Dienstag, 29.04.2008 10:12
[…] polizeiGerade kam der Fall auch in den Fernsehnachrichten. > > Welche Fernsehnachrichten meinst du? Die Filmeinspielung lief gerade auf mehreren Sendern. Ich glaube, das kam bei der ARD. > Das war auch in der 20 Uhr-Tagesschau so. > Ich halte es für unangemessene Stimmungsmache, wie beschlagnahmte > Güter von der Polizei oft der Presse präsentiert werden, auch wenn es > sich um harmlose bzw. legale Dinge handelt. Ich sehe das ganz ähnlich. Eigentlich sollte man den betreffenden Ministern mal einen Brief schreiben. Es stimmt sehr bedenklich, gross von X-Tausend Verdächtigen zu berichten, die angeblich Kinderpornographie besassen und dann ganz legale Bücher wie den Hite-Report dem Fernsehpublikum als angebliche Kinderpornographie vorzuführen. Das wäre so, als würde man im Falle eines angeblichen Grossdealers dessen Hausapotheke als illegale Drogen vorführen. > Ich halte es auch für schlechten Journalismus, solche > Präsentationen ohne entsprechend kritischen Kommentar abzufilmen, > weil so eine nicht vorhandene Masse illegalen bzw. gefährlichen > Materials suggeriert wird. > Soweit vermutlich unsere Übereinstimmung. Das sehe ich ganz ähnlich. Man hätte wenigstens ansprechen müssen, dass einige der präsentierten Bücher völlig legal waren. > Laut Tagesschau war die Mehrzahl der Verdächtigen der Polizei > gegenüber geständig. Das spricht imho dafür, dass in den meisten oder > zumindest zahlreichen der verdächtigen Fälle tatsächlich illegale > Pornographie im Spiel ist. Das habe ich zwar auch gehört, bin aber dennoch etwas skeptisch. Schliesslich wissen wir nicht, was sie gestanden haben. Vielleicht haben einige lediglich zugegeben, normale Pornobilder getauscht zu haben. Auch dies kann ggf. dank dem Jugendschutzrecht strafbar sein, wenn die tauschenden selbst Minderjährig waren. Es fällt mir nämlich schwer zu glauben, dass Lehrer und Geistliche gleich reihenweise an Kinderpornographie interessiert sein sollen. > Nun darf (und sollte) weder die Polizei, noch die von der Polizei > eingeladene Presse kinderpornographisches Material veröffentlichen. > Entsprechend ist einzusehen, dass keine “eindeutigen” Bilder zu sehen > waren. Auf den ersten Blick ist das der Grund. (Das macht die Sache noch problematischer, denn es wird behauptet, dies und das gefunden zu haben, um (so gerade die ARD in den Nachrichten) noch höhere Strafen für einen blossen Zugriff auf einen solchen File im Internet zu fordern. Den Beweis bleibt man jedoch letztlich schuldig.) Das ist jedoch nicht ganz korrekt. Es gibt nämlich soweit ich mich erinnere in dem Paragraphen u.a. eine Ausnahme für Fahndungszwecke. Immerhin wurde in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY-Ungelöst schon mal derartiges Material zu Fahndungszwecken ausgestrahlt. Ausserdem hätte man leicht Teile solcher Bilder unkenntlich machen können, um aber dennoch anhand eines unscharfen Bildes nachzuweisen, dass tatsächlich Kinder in pornographischer Weise abgebildet waren. Stattdessen wurden Bilder von angezogenen Minderjährigen gezeigt und in dem Filmbeitrag sogar Bilder von Minderjährigen generell mit strafbarer Kinderpornographie gleichgesetzt. Das ist eigentlich ebenso falsch wie die Erläuterungen des WDR zum neuen Urheberrecht, man dürfe weder einen Kopierschutz für ein Backup umgehen noch Tauschbörsen im Internet nutzen und würde sich andernfalls strafbar machen, wobei Haftstrafen drohen würden (so der WDR vorgestern). Ich finde Präsentation und Berichterstattung daher inakzeptabel, zumal man in beiden Fällen (speziell auch der ARD) gleich nach einem strengeren Gesetz mit langjährigen Haftstrafen (und Ahndung als Verbechen mit Mindesthaftstrafen) für blossen Besitz so eines Files ruft. […]